Was sind Kellerasseln? Biologie und Besonderheiten
Kellerasseln gehören zu den häufigsten Asseln in Europa und erreichen eine Körperlänge von 9 bis 18 mm. Obwohl viele Menschen sie für Insekten halten, sind sie tatsächlich Krebstiere aus der Ordnung der Isopoden – biologisch also näher mit Krabben verwandt als mit Käfern. Für eine vertiefte biologische Einordnung bietet die Kellerassel (Wikipedia) einen guten Überblick.
Keine Insekten, sondern Krebstiere – mit dualer Atmung
Das Besondere an Kellerasseln ist ihre sogenannte duale Atmung: Sie atmen sowohl über Kiemen als auch über zusätzlich entwickelte Tracheenlungen, die ihnen das Leben an Land ermöglichen. Die Kiemen benötigen dabei stets Wasser oder zumindest feuchte Luft, weshalb Kellerasseln ohne Feuchtigkeit schnell austrocknen und sterben. In der sogenannten Bauchtasche – einer speziellen Bruttasche am Bauch der Weibchen – tragen sie ihren Nachwuchs heran. Diese enge Bindung an feuchte Umgebungen erklärt, warum die Tiere überhaupt ins Haus gelangen. Aktuelle wissenschaftliche Details zur Biologie liefert die Forschung der Uni Wuppertal.
Warum Kellerasseln ins Haus kommen: Feuchtigkeit als Ursache erkennen
Kellerasseln dringen ins Haus ein, wenn es dort feuchter ist als draußen. Ursachen sind häufig nasse Kellerwände, undichte Rohre, schlechte Belüftung, feuchte Böden oder stehende Nässe nach Regenfällen. Besonders in schlecht belüfteten Räumen wie Waschküchen oder Abstellkammern tauchen die Tiere massenhaft auf. Feuchte Keller und mangelhafte Belüftung locken übrigens nicht nur Kellerasseln an, sondern auch andere feuchtigkeitsliebende Schädlinge – wer das Problem kennt, sollte auch an Kakerlaken als Folgeproblem denken.
Ein typisches Beispiel aus unserem Alltag: Kellerasseln tauchen plötzlich massenhaft im Bad auf – ein klares Signal für eine undichte Rohrleitung oder unzureichende Abdichtung. In solchen Fällen ist Schimmelbildung oft nicht weit, denn die gleiche Feuchtigkeit, die den Befall begünstigt, schafft ideale Bedingungen für Pilzsporen. Wer den Befall ernst nimmt, sollte deshalb nicht nur die Tiere bekämpfen, sondern sofort nach der Feuchtigkeitsquelle suchen.
Sind Kellerasseln gefährlich? Nützling oder Schädling?
Kellerasseln sind weder für Menschen noch für Gebäude gefährlich. Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und beschädigen keine Baumaterialien. Das Umweltbundesamt zu Kellerasseln stuft sie ausdrücklich nicht als Schadorganismus ein. Im Vergleich zu anderen Lästlingen wie Ameisen erfordert, richten Kellerasseln keine direkten Schäden an.
Im Garten sind sie sogar nützlich: Als Zersetzer fressen sie verrottende Pflanzenreste, Pilze und Obst und wandeln diese in wertvollen Humus um. Ganz anders sieht es in Gewächshäusern oder Vorratskellern aus – dort können viele Asseln an frischem Obst oder Gemüsesetzlingen Fraßschäden verursachen. Zusätzlich gilt: Das eigentliche Problem beim Auftreten im Haus ist nicht die Assel selbst, sondern die dahinterliegende Feuchtigkeit, die langfristig Schimmel und Bauschäden verursachen kann.
Kellerasseln bekämpfen: Maßnahmen, Hausmittel und Nematoden
Wer Kellerasseln loswerden möchte, sollte in drei Schritten vorgehen:
- Feuchtigkeitsquelle identifizieren und beseitigen – Rohre prüfen, Abdichtungen erneuern, Belüftung verbessern. Das ist der wichtigste Schritt.
- Rückzugsorte entfernen – Feuchtes Holz, Laub, Kartons und Obstreste aus Kellerräumen räumen; diese dienen als Nahrung und Versteck.
- Direkte Bekämpfung einleiten – Köder auf Basis von Eisenphosphat oder spezielle Asselköder stellen; diese sind meist wirksam und unbedenklich.
Ein häufiger Fehler, den wir in unserer Praxis immer wieder sehen: Hausmittel wie Backpulver werden großflächig eingesetzt, ohne die eigentliche Feuchtigkeitsursache zu beseitigen. Backpulver trocknet die Tiere zwar kurzzeitig aus, ist aber wissenschaftlich gesehen keine nachhaltige Lösung – die Asseln verschwinden kurz und kehren bald zurück. Bei anhaltendem oder starkem Befall empfehlen wir den Einsatz von Nematoden (Steinernema-Arten), die als biologische Bekämpfung im Boden ganz gezielt wirken. Bei wiederkehrendem Befall lohnt es sich, einen Experten hinzuzuziehen und direkt Kontakt aufzunehmen.
Vorbeugen: So machen Sie Ihr Zuhause unattraktiv für Kellerasseln
Dauerhafter Schutz gelingt nur, wenn Sie Ihr Zuhause konsequent trocken und aufgeräumt halten. Sorgen Sie für gute Luftzirkulation in Keller und Bad, indem Sie regelmäßig lüften und bei Bedarf einen Luftentfeuchter einsetzen. Stellen Sie sicher, dass kein stehendes Wasser in der Nähe von Hauseingängen oder Kellerfenstern verbleibt.
Räumen Sie feuchte Kartons, Holzstapel und Laubreste aus dem direkten Hausbereich ins Freie. Dichten Sie Risse in Kellerwänden und Türschwellen ab, um den Tieren den Weg ins Haus zu versperren. Weitere praktische Präventionsmaßnahmen hat die Merkblatt Stadt Zürich Kellerassel übersichtlich zusammengestellt.
Häufig gestellte Fragen
Sind Kellerasseln in der Wohnung gefährlich?
Nein, Kellerasseln sind für Menschen vollständig harmlos: Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und beschädigen keine Baumaterialien oder Lebensmittel. Das eigentliche Problem ist die Feuchtigkeit, die ihr Auftreten signalisiert. Feuchte Wände und schlechte Belüftung können langfristig zu Schimmelschäden führen – deshalb sollten Sie die Ursache gezielt untersuchen und beheben.
Warum habe ich Kellerasseln im Haus?
Kellerasseln kommen ins Haus, weil es dort für sie ideale Bedingungen gibt: hohe Feuchtigkeit, wenig Luftbewegung und organisches Material als Nahrung. Typische Ursachen sind nasse Kellerwände, undichte Rohre, schlechte Belüftung oder feuchte Böden. Prüfen Sie zunächst, ob es Wassereintritte oder Kondensationsschäden gibt – das ist meist die entscheidende Einladung für die Tiere.
Was frisst eine Kellerassel?
Kellerasseln ernähren sich hauptsächlich von verrottenden Pflanzenresten, Pilzen, Humus und abgestorbenem Holz – gelegentlich auch von weichem Obst und Gemüse. Damit sind sie wertvolle Humusbildner im Ökosystem, die organisches Material in nährstoffreiche Erde umwandeln. Nur in Gewächshäusern oder Vorratskellern mit viel frischem Obst oder Setzlingen können größere Kolonien gelegentlich Fraßschäden verursachen.

