Was sind Papierfischchen und woran erkennen Sie sie?
Papierfischchen sind flügellose Insekten der Ordnung Zygentoma und werden 11 bis 15 Millimeter lang (LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, 2017). Die Körperoberseite trägt laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum stumpf grau-metallische Schuppen.
Sechs Merkmale bestimmen den Fund:
- Körperlänge: 11 bis 15 Millimeter bei ausgewachsenen Tieren laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Das Umweltbundesamt nennt circa 15 Millimeter.
- Körperform: spindelförmig und abgeplattet. Die Oberseite erscheint laut Landsberger und Querner grau mit grober Beschuppung.
- Anhänge: drei fadenförmige Fortsätze am Hinterleib. Fühler und Schwanzanhänge sind laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum bedeutend länger als der Körper.
- Behaarung: Borstenkämme an Rumpf und Kopf. Das Silberfischchen zeigt laut Landesarchiv Baden-Württemberg nur einzelne aufrechte Borsten.
- Verhalten: überwiegend lichtscheu und nachtaktiv laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Papierfischchen sind laut Umweltbundesamt öfter tagsüber aktiv als Silberfischchen.
- Bewegung: kein Flug, kein Sprung. Papierfischchen bilden laut Landsberger und Querner keine Flügel aus.
Die Körpergröße allein trägt die Bestimmung nicht. Das Norwegian Institute of Public Health nennt die Größe ausdrücklich als schwaches Merkmal. Funde über 12 Millimeter lenken laut Norwegian Institute of Public Health den Verdacht auf das Papierfischchen. Die sichere Bestimmung erfolgt laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum per Spektroskop oder Mikroskop durch einen Experten.
Ein Papierfischchen bewohnt laut Landsberger und Querner Spalten entlang der Wände und Zwischenräume in Wellkarton. Genau diese Verstecke erschweren den Sichtnachweis und machen die Verwechslung mit dem Silberfischchen wahrscheinlich.
Wie unterscheiden sich Papierfischchen, Silberfischchen und Ofenfischchen?
Papierfischchen werden bis 15 Millimeter lang und brauchen 55 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, Silberfischchen 9 bis 11 Millimeter und 75 bis 97 Prozent. Beide Wertepaare stammen vom Umweltbundesamt.
Das LAVES Niedersachsen stellt die Verwechslungsgefahr deutlich heraus:
„Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu unterscheiden, jedoch variiert ihre Lebensweise. Das Silberfischchen braucht deutlich mehr Feuchtigkeit als das Papierfischchen und kann sogar Wasserschäden anzeigen.“ (LAVES Niedersachsen)
Das LAVES Niedersachsen korrigiert zugleich eine verbreitete Annahme. Die meisten in Wohnungen vorkommenden Fischchen sind laut LAVES Niedersachsen inzwischen tatsächlich Papierfischchen. Silberfischchen bildeten laut LAVES Niedersachsen früher die Mehrzahl.
| Merkmal | Papierfischchen | Silberfischchen | Ofenfischchen |
|---|---|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Ctenolepisma longicaudatum (UBA) | Lepisma saccharina (UBA) | Thermobia domestica (UBA) |
| Körperlänge | 11 bis 15 mm (LVR), circa 15 mm (UBA) | 9 bis 11 mm (UBA), maximal 11,5 mm (LAVES) | bis 12 mm (UBA), maximal 13 mm (LAVES) |
| Färbung | einheitlich grau, eher braun als silbrig-grau (UBA, Landesarchiv BW) | silbergrau bis schwarzbraun, metallisch glänzend (UBA) | schwarz-gelbe Schuppen (UBA) |
| Borstenkämme am Kopf | vorhanden, Rumpf und Kopf behaart (Landesarchiv BW) | keine, nur einzelne aufrechte Borsten (Landesarchiv BW) | keine Angabe in den geprüften Quellen |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 55 bis 80 Prozent (UBA), mindestens 50 Prozent (LVR) | 75 bis 97 Prozent (UBA), etwa 70 Prozent und mehr (Landsberger/Querner) | erhöht, zeitweise auch trocken toleriert (UBA, LAVES) |
| Temperatur | 20 bis 25 Grad Celsius (UBA), konstant 23 bis 24 Grad Celsius optimal (LVR) | unter 10 Grad Celsius inaktiv, über 35 Grad Celsius tödlich (UBA) | 30 bis 40 Grad Celsius (UBA), um 32 Grad Celsius und höher (LAVES) |
| Lebenserwartung | 3 bis 10 Jahre (LVR), maximal 7 bis 8 Jahre (LAVES) | etwa 3 Jahre (LAVES) | 2 bis 3 Jahre (LAVES) |
| Eier pro Weibchen und Jahr | durchschnittlich 56 (LVR), rund 50 (Landsberger/Querner) | 20 (Landesarchiv BW) | keine Angabe in den geprüften Quellen |
| Typischer Fundort | Wohnräume, Büros, Bibliotheken, Museen (UBA) | Küche, Bad, Waschküche, Keller (UBA) | Bäckereien, Großküchen, Heizungskeller, Wäschereien (UBA) |
| Materialschaden | erhebliche Schäden an Büchern und Tapeten (UBA) | bei normalem Befall keine Schäden zu erwarten (UBA) | Fraß an Tapeten und Büchern (LAVES) |
| Bekämpfung | nur mit Fraßködern (LAVES), Profi empfohlen (UBA) | Luftfeuchtigkeit senken, unter 30 Prozent keine Vermehrung (UBA) | Temperatur und Luftfeuchtigkeit senken (LAVES) |
Quellenkürzel: UBA ist das Umweltbundesamt, LAVES das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. LVR steht für das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Pulheim-Brauweiler. Landesarchiv BW ist das Landesarchiv Baden-Württemberg. Landsberger/Querner bezeichnet den Fachbeitrag von Bill Landsberger und Pascal Querner in der Zeitschrift Archivar (Heft 04, November 2018). Das Silberfischchen in Feuchträumen behandelt unser Ratgeber Silberfische in der Küche. Der Überblick über Kotspuren, Fraßspuren und andere Anzeichen steht im Ratgeber Schädlingsbefall erkennen.
Der Feuchtebedarf trennt die drei Arten am klarsten. Der nächste Abschnitt zeigt, warum diese Grenze über den Erfolg von Lüften und Heizen entscheidet.
Warum brauchen Papierfischchen keine hohe Luftfeuchtigkeit?
Papierfischchen sind trockentoleranter als Silberfischchen und überleben mehr als 3 Monate bei 55 Prozent relativer Luftfeuchte (Norwegian Institute of Public Health, 2019). Silberfischchen brauchen laut Umweltbundesamt 75 bis 97 Prozent.
Das Norwegian Institute of Public Health staffelt die Überlebensdauer nach Feuchtewerten. Papierfischchen überleben laut Norwegian Institute of Public Health trotz Nahrungszugang nur wenige Wochen bei 45 Prozent. Bei 50 Prozent nennt das Norwegian Institute of Public Health maximal einen Monat. Eier und frühe Nymphenstadien sterben unterhalb von 55 Prozent schneller ab.
Das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum nennt als Optimum konstante 23 bis 24 Grad Celsius bei mindestens 50 Prozent relativer Luftfeuchte. Landsberger und Querner nennen über 20 Grad Celsius und 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Diese Bedingungen sind laut Landsberger und Querner wärmer und trockener als für Silberfischchen günstig. Das Landesarchiv Baden-Württemberg zieht daraus eine klare Folgerung:
„Im Gegensatz zu Silberfischchen sind sie sehr viel anpassungsfähiger und auch bei Helligkeit und durchschnittlicher Raumtemperatur von 20 °C und 50 % relativer Luftfeuchte aktiv. Daraus resultiert das hohe Schadenspotenzial an Archivalien auch bei gut klimatisierten Magazinräumen.“ (Landesarchiv Baden-Württemberg)
Erhöhte Luftfeuchtigkeit in Gebäuden entsteht laut LAVES Niedersachsen durch falsche Lüftung, Wasserschäden oder Restfeuchte in Neubauten. Feuchte Sockelbereiche ziehen zugleich andere Arten an, etwa Kellerasseln: welche Rolle Feuchtigkeit dort spielt, zeigt der Ratgeber Kellerasseln loswerden. Ein trockener Raum stoppt das Papierfischchen dennoch nicht, solange 55 Prozent relative Luftfeuchte in Ritzen erreicht werden.
Wie lange leben Papierfischchen und wie schnell vermehren sie sich?
Papierfischchen leben 3 bis 10 Jahre und legen durchschnittlich 56 Eier pro Jahr (LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, 2017). Das LAVES Niedersachsen nennt maximal sieben bis acht Jahre bei kühlen Verhältnissen.
Die Entwicklung verläuft in sechs Abschnitten:
- Eiablage: bevorzugt an rauen Oberflächen laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Das Norwegian Institute of Public Health nennt 10 Eier pro Ablage.
- Eigröße: 1,15 Millimeter lang und 0,83 Millimeter breit laut Norwegian Institute of Public Health.
- Schlupf: nach 2 Monaten laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Das Norwegian Institute of Public Health nennt dafür 20 bis 22 Grad Celsius.
- Häutungen: 13 Häutungsstadien bis zur Geschlechtsreife laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Das Norwegian Institute of Public Health nennt Stadium 14 als erstes erwachsenes Stadium.
- Entwicklungsdauer: circa 19 Monate bei optimalen Temperaturen laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. In schwankendem Raumklima nennt das Norwegian Institute of Public Health rund 3 Jahre.
- Vermehrungsrate: durchschnittlich 56 Eier pro Jahr laut LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, rund 50 Eier laut Landsberger und Querner.
Das Landesarchiv Baden-Württemberg stellt die Rate direkt gegenüber: 50 Eier pro Jahr beim Papierfischchen, 20 Eier pro Jahr beim Silberfischchen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt nennt für das Papierfischchen die höchste Vermehrungsrate unter den Fischchen. Ein Weibchen produziert laut Norwegian Institute of Public Health über 3 Jahre maximal 100 bis 150 Eier.
Die lange Entwicklung hat eine praktische Folge. Ein starker Befall besteht bereits seit Monaten oder Jahren, bevor die ersten Tiere auffallen.
Welche Schäden verursachen Papierfischchen an Papier, Büchern und Tapeten?
Papierfischchen verursachen Schabefraß und kleine unregelmäßige Löcher an Papier, Büchern und Tapeten (Umweltbundesamt, Landsberger und Querner). Eine Gesundheitsgefahr geht laut Umweltbundesamt nicht von den Tieren aus.
Fünf Schadbilder sind belegt:
- Fraß an Cellulose: Papier und Karton mit über 45 Prozent Cellulose sind laut Umweltbundesamt besonders beliebt.
- Randfraß: Papier wird laut LAVES Niedersachsen meist unregelmäßig vom Rand her angefressen.
- Schichtweiser Abbau: Papierfischchen zerfressen das Material laut Landsberger und Querner Schicht um Schicht und degradieren dünnere Lagen.
- Schabefraß an Einbänden: Bucheinbände zeigen laut Landsberger und Querner abgeschabte Oberflächen im Streiflicht.
- Weitere Substrate: Seidenpapier, Pergamin, Karton und Tapete nennen Landsberger und Querner als Nahrung.
In Wohnungen fressen Papierfischchen laut Landsberger und Querner auch Staub, Schimmel, Haare und Hautschuppen. Das Papierfischchen ist laut Deutscher Bundesstiftung Umwelt inzwischen ein wichtiger Lästling in Wohnungen geworden.
Im Einsatzgebiet zwischen Oldenburg, Wilhelmshaven und Bremen finden wir Papierfischchen regelmäßig in Büros, Lagerräumen und Archiven. Wir prüfen zuerst Sockelleisten, Türschwellen, Wellpappe-Stapel und Lagerorte für Hygienepapier. Hygienepapiere gelten laut dem Praxisbericht aus dem Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland als Einschleppungsquelle. Für Archive, Bibliotheken, Museen und Büros richten wir ein dauerhaftes Fallenraster ein, siehe Schädlingsmonitoring für Unternehmen.
Ein Schadbild belegt den Befall, benennt aber weder Art noch Ausmaß. Den Nachweis liefern Klebefallen.
Wie weisen Sie einen Befall mit Klebefallen nach?
Klebefallen weisen Papierfischchen innerhalb von 14 Tagen nach (Norwegian Institute of Public Health, 2019). Die Tiere bleiben laut Landsberger und Querner ohne Fallen oft unentdeckt, weil sie sich in Spalten verstecken.
Der Nachweis läuft in sechs Schritten:
- Fallen platzieren: in dunklen Bereichen am Boden, in der Nähe von Sockelleisten, Regalen und Türschwellen (Landesarchiv Baden-Württemberg).
- Laufzeit festlegen: 14 Tage je Durchgang laut Norwegian Institute of Public Health.
- Fallen kontrollieren: wöchentlich prüfen und erneuern laut Landesarchiv Baden-Württemberg.
- Türschwellen abkleben: doppelseitiges Klebeband mit 50 bis 70 Millimeter Breite laut Landsberger und Querner. Das Band zeigt die Laufrichtung der Tiere.
- Art bestimmen lassen: vollständige Tiere sind laut Norwegian Institute of Public Health nötig. Funde über 12 Millimeter deuten auf das Papierfischchen.
- Mehr als ein Tier sichern: Silberfischchen und Papierfischchen kommen laut Norwegian Institute of Public Health oft zusammen vor.
Die Nachkontrolle folgt demselben Muster. Das Norwegian Institute of Public Health nennt wenige Klebefallen über 14 Tage im Abstand von 2 bis 3 Monaten als ausreichend. Die Bekämpfung gilt laut Norwegian Institute of Public Health nach zwei aufeinanderfolgenden Kontrollen ohne Fund als erfolgreich.
Warum scheitern Hausmittel gegen Papierfischchen?
Hausmittel scheitern, weil Papierfischchen ohne hohe Luftfeuchte auskommen und in Ritzen sitzen. Trockenlüften senkt laut Umweltbundesamt den Befall mit Silberfischchen, nicht den mit Papierfischchen.
Vier belegte Gründe erklären das Scheitern:
- Feuchtegrenze: Papierfischchen brauchen laut Norwegian Institute of Public Health langfristig 55 Prozent relative Luftfeuchte. Silberfischchen brauchen laut Umweltbundesamt 75 bis 97 Prozent.
- Reinigung: Reinigung löst das Problem laut Norwegian Institute of Public Health nicht, sondern begrenzt nur das Populationswachstum.
- Vorbeugung allein: Vorbeugende Maßnahmen reichen laut Norwegian Institute of Public Health nicht aus, um etablierte Populationen zu entfernen.
- Objektbehandlung allein: Einfrieren einzelner Gegenstände greift laut Landsberger und Querner zu kurz.
Das Umweltbundesamt zieht daraus eine eindeutige Empfehlung:
„Generell ist eine Bekämpfung von Papierfischen sehr schwierig und sollte auf jedem Fall einem Profi überlassen werden.“ (Umweltbundesamt)
Auch Landsberger und Querner begrenzen den Wert der Einzelmaßnahme. Papierfischchen sind laut Landsberger und Querner sehr mobil, bilden keine Kolonien und leben nicht im Nährsubstrat am Objekt. Verborgen in Spalten entgehen die Tiere einer Objektbehandlung leicht. Kieselgur wirkt laut Landsberger und Querner nur als durchgehende zwei Zentimeter breite Spur entlang der Wände, bei stark schwankender Materialqualität.
Wie bekämpft ein Fachbetrieb Papierfischchen?
Ein Fachbetrieb bekämpft Papierfischchen mit Fraßködern und begleitenden Maßnahmen. Die Bekämpfung ist laut LAVES Niedersachsen nur mit Fraßködern möglich.
Die Bekämpfung läuft in sieben Schritten:
- Art bestimmen: Klebefallen über 14 Tage auslegen und vollständige Tiere sichern (Norwegian Institute of Public Health).
- Ursache klären: Eine dauerhafte Bekämpfung setzt laut LAVES Niedersachsen die Beseitigung der Ursache voraus.
- Nahrung und Versteck entziehen: Fugen entlang der Wände aussaugen und mit Silikonmasse abdichten (Landsberger und Querner).
- Köder ausbringen: 1 bis 2 Gramm je 100 Quadratmeter. Das Norwegian Institute of Public Health verteilt den Köder in Tröpfchen von 10 bis 20 Milligramm entlang der Wände.
- Wirkstoff wählen: Indoxacarb, Clothianidin und Fipronil töteten über 90 Prozent der Versuchstiere. Nur Indoxacarb erreichte über 75 Prozent Mortalität bei sekundärer Vergiftung (Aak, Hage und Rukke, Insects, 2020).
- Befallene Objekte behandeln: Einfrieren bei minus 20 Grad Celsius oder anoxische Behandlung mit Stickstoff (Landesarchiv Baden-Württemberg). Eine Stickstoffbegasung dauert laut LVR-Praxisbericht vier bis sechs Wochen.
- Nachkontrolle: Klebefallen über 14 Tage im Abstand von 2 bis 3 Monaten (Norwegian Institute of Public Health).
Die Verteilung der Köder entscheidet über das Ergebnis. Rukke, Hage und Aak verbesserten 2021 die Wirkung signifikant, indem sie viele kleine Tröpfchen entlang aller Kanten der Fläche setzten. Eine längere Verweildauer des Köders und die Entfernung konkurrierender Nahrungsquellen verbesserten den Erfolg ebenfalls signifikant.
Der Einsatz von Ködern unterliegt dem Biozidrecht. Die Bereitstellung und Verwendung von Biozidprodukten regelt laut Umweltbundesamt die Verordnung (EU) Nr. 528/2012. Nur zugelassene Produkte dürfen laut Umweltbundesamt in Verkehr gebracht werden. Die Zulassungsvoraussetzungen prüfen laut Umweltbundesamt die Bundesstelle für Chemikalien, das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der BAuA-Fachbereich im Einvernehmen.
Bei Befällen im Raum Oldenburg arbeiten wir mit einem festen Ablauf: Bestimmung per Klebefalle, Köderplan entlang der Wandkanten, Abdichtung der Fugen und Nachkontrolle. Wir dokumentieren jede Fallenkontrolle mit Datum und Fundzahl je Raum. Die Preisspannen für Erstbesichtigung und Nachkontrollen stehen im Ratgeber Kosten der Schädlingsbekämpfung.
Papierfischchen werden laut Umweltbundesamt circa 15 Millimeter lang und kommen mit 55 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit aus. Der Nachweis läuft laut Norwegian Institute of Public Health über Klebefallen mit 14 Tagen Laufzeit. Die Bekämpfung gelingt laut LAVES Niedersachsen nur mit Fraßködern und nur bei beseitigter Ursache.
Häufig gestellte Fragen
Sind Papierfischchen für Menschen gefährlich?
Nein. Eine Gesundheitsgefahr geht laut Umweltbundesamt von den Tieren nicht aus. Papierfischchen gelten laut Landsberger und Querner als Material- und Hygieneschädlinge. Der Schaden betrifft Papier, Karton, Bücher und Tapeten.
Wie lange dauert die Bekämpfung von Papierfischchen?
Keine der geprüften Quellen nennt eine feste Dauer in Wochen. Das Norwegian Institute of Public Health verlangt eine ausgedehnte Phase von Nachbesuchen und Bewertungen. Die Bekämpfung gilt laut Norwegian Institute of Public Health nach zwei aufeinanderfolgenden Kontrollen ohne Fund als erfolgreich. Jede Kontrolle nutzt Klebefallen über 14 Tage im Abstand von 2 bis 3 Monaten.
Was kostet die Bekämpfung von Papierfischchen?
Keine der geprüften Behördenquellen nennt einen Preis für die Bekämpfung von Papierfischchen. Das Norwegian Institute of Public Health nennt einen Kostentreiber: Die meisten Bekämpfungsprogramme verlangen einen erheblichen Eigenanteil des Auftraggebers. Preisspannen für unsere Region stehen im Ratgeber Kosten der Schädlingsbekämpfung.
Woher kommen Papierfischchen in der Wohnung?
Papierfischchen werden eingeschleppt. Das Papierfischchen stammt laut LAVES Niedersachsen aus wärmeren und trockeneren Regionen der Tropen und Subtropen. Das LAVES Niedersachsen nennt für Norddeutschland Fundorte, die vermutlich auf Lieferungen von Hygienepapier zurückgehen. Das Umweltbundesamt nennt Versandhandel, Wellpappe, Füllmaterial, Leichtbaustoffe und Paletten als begünstigende Faktoren.
Kommen Papierfischchen auch in Neubauten vor?
Ja. Besonders in Neubauten kommen laut Landsberger und Querner seit fünf Jahren zunehmend häufiger Papierfischchen vor (Stand November 2018). In modernen Sammlungsgebäuden in Deutschland, Österreich und den Niederlanden ist laut Landsberger und Querner das Papierfischchen die dominierende Art. Die Ursache liegt laut Landsberger und Querner in der Zentralheizung und der gleichmäßigen Wärmeverteilung.
Weiterführende Informationen
Passende Artikel auf unserer Seite
- Silberfische in der Küche
- Schädlingsbefall erkennen
- Kellerasseln loswerden
- Schädlingsmonitoring für Unternehmen
- Kosten der Schädlingsbekämpfung
Offizielle Quellen
- Umweltbundesamt, Silber-, Ofen- und Papierfischchen (zuletzt aktualisiert 09.07.2026)
- LAVES Niedersachsen, Silberfischchen! Aber nicht immer... (abgerufen 12.09.2026)
- LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Steckbrief Papierfischchen (2017, PDF)
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Infoblatt Papier- und Silberfischchen (PDF)
- Archivar Heft 04/2018, Bill Landsberger und Pascal Querner, Fischchen (Landesarchiv NRW, PDF)
- Norwegian Institute of Public Health, Aak et al., Long-tailed silverfish - biology and control (2019, PDF)
- Insects 11(3), 170, Aak, Hage und Rukke, Bait Choice Based on Primary and Secondary Poisoning (2020)
- Umweltbundesamt, Zulassungsverfahren für Biozidprodukte (abgerufen 12.09.2026)

